Roboter-Glossar: Fachbegriffe verständlich erklärt
Pascal, LiDAR, RTK, TruEdge – Hersteller erfinden für jede Funktion einen eigenen Namen. Hier findest du die wichtigsten Begriffe rund um Saug-, Mäh-, Pool- und Fensterputzroboter kurz erklärt, ohne Marketing-Sprech und mit ehrlicher Einordnung, worauf es im Alltag tatsächlich ankommt.
A
Absaugstation
Basisstation, die den Staubbehälter des Roboters nach jeder Reinigung automatisch leersaugt. Der Staub landet in einem Beutel oder einem beutellosen Sammelbehälter in der Station. Verlängert die Intervalle, in denen du selbst eingreifen musst, von täglich auf mehrere Wochen.
Lohnt sich eine Absaugstation? →AWD (Allradantrieb) (All Wheel Drive)
Antriebsart, bei der alle vier Räder angetrieben werden. Bei Mährobotern ab etwa 45 Prozent Steigung praktisch unverzichtbar, weil sich der Vortrieb auf vier statt zwei Räder verteilt und die Traktion auf feuchtem Gras deutlich besser bleibt.
Mähroboter für Hanglage →Anti-Verhedderungs-Bürste
Bürstenkonstruktion, die verhindert, dass sich Haare um die Walze wickeln. Übliche Bauarten sind Gummilamellen, gegenläufige Doppelbürsten oder feststehende Kämme, die aufgewickelte Haare abstreifen. In Haushalten mit Haustieren das wichtigste Kaufkriterium überhaupt.
Saugroboter für Tierhaare →Automapping (Automatische Kartierung)
Verfahren, bei dem der Roboter die Fläche selbstständig abfährt und eine Karte erstellt, ohne dass du ihn manuell an den Grenzen entlangführen musst. Bei Mährobotern ersetzt das die frühere Verlegearbeit mit Begrenzungskabel.
B
Begrenzungskabel (Perimeterdraht)
Im Rasen verlegter Draht, der einem Mähroboter die Arbeitsfläche vorgibt. Bei modernen Modellen überflüssig – sie navigieren per Satellitensignal, Laser oder Kamera. Das Verlegen dauerte früher mehrere Stunden und musste bei jeder Gartenumgestaltung angepasst werden.
Beutellose Station
Absaugstation, die den Schmutz statt in einem Wechselbeutel in einem auswaschbaren Behälter sammelt. Spart die Folgekosten für Beutel von etwa 30 bis 55 Euro pro Jahr, dafür wirbelt beim Entleeren etwas Staub auf – für Allergiker der Nachteil gegenüber versiegelten Beuteln.
Bodenfreiheit
Abstand zwischen Gehäuseunterkante und Boden. Entscheidet bei Saugrobotern darüber, ob sie über Teppichkanten und Türschwellen kommen, und bei Mährobotern über die Fähigkeit, unebenes Gelände zu befahren.
C
CornerClean
Herstellerbezeichnung von Dreame für die Technik, mit der Fensterputzroboter näher an Ecken und Kanten heranfahren. Vergleichbar mit TruEdge bei Ecovacs – ganz in die Ecke kommt konstruktionsbedingt kein Modell.
F
Flächenleistung
Angabe, wie viel Quadratmeter ein Roboter mit einer Akkuladung oder pro Tag schafft. Herstellerangaben beziehen sich auf ideale Bedingungen; in verwinkelten Gärten oder Wohnungen liegt der reale Wert deutlich darunter. Bei Mährobotern meist als Empfehlung pro 24 Stunden angegeben.
H
HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air)
Feinstaubfilter, der laut Norm bis zu 99,97 Prozent aller Partikel ab 0,3 Mikrometern zurückhält. Für Allergiker entscheidend, weil die eigentlichen Allergene keine Haare sind, sondern mikroskopische Hautschuppen und Proteine, die ein normaler Filter zurück in die Raumluft bläst.
Saugroboter für Allergiker →K
Kantenschnitt
Wie nah ein Mähroboter an Beete, Mauern und Zäune heranmäht. Die größte Schwäche vieler Modelle: Oft bleibt ein Randstreifen von mehreren Zentimetern stehen, der von Hand nachgetrimmt werden muss. Modelle mit ausfahrbarem Seitentrimmer reduzieren das auf ein Minimum.
L
LiDAR (Light Detection and Ranging)
Navigationsverfahren, bei dem ein rotierender Laser die Umgebung abtastet und daraus eine präzise Karte erstellt. Funktioniert auch bei völliger Dunkelheit und ist unabhängig von Satellitensignalen – deshalb bei Saugrobotern Standard und bei Mährobotern die zuverlässigste Wahl unter Bäumen.
M
Mehretagen-Karten (Multi-Floor-Mapping)
Fähigkeit eines Saugroboters, mehrere Grundrisse zu speichern und beim Absetzen automatisch zu erkennen, auf welcher Etage er sich befindet. Ohne diese Funktion müsste die Wohnung nach jedem Etagenwechsel neu kartiert werden.
Moppanhebung (Mop Lift)
Mechanik, die das Wischpad anhebt, sobald der Roboter einen Teppich erkennt – je nach Modell um 8 bis 20 Millimeter. Verhindert, dass der Teppich nass wird. Bei hochflorigen Teppichen kann eine geringe Anhebung trotzdem streifen; am sichersten sind Modelle, die den Mopp in der Station ablegen.
Saugroboter für Teppich →N
No-Go-Zone (Sperrzone)
In der App markierter Bereich, den der Roboter nicht befahren darf. Sinnvoll für Futternäpfe, Kabelnester, hochflorige Teppiche oder – bei Mährobotern – Böschungskanten und Beete.
P
Pascal (Pa)
Maßeinheit für den Unterdruck, den ein Saugroboter erzeugt, und damit für die Saugkraft. Für Hartboden reichen etwa 8.000 Pa, für Teppich sollten es mindestens 15.000 Pa sein. Wichtiger als der reine Zahlenwert ist allerdings das Bürstensystem – hohe Pascal-Werte allein sagen wenig über die tatsächliche Reinigungsleistung.
R
RTK (Real Time Kinematic)
Satellitengestütztes Navigationsverfahren mit zentimetergenauer Positionsbestimmung, das bei Mährobotern das Begrenzungskabel ersetzt. Braucht freien Himmelsblick – unter dichten Bäumen oder zwischen hohen Häusern wird das Signal abgeschattet. Bei Network-RTK entfällt die eigene Antenne im Garten, weil die Korrekturdaten über Mobilfunk kommen.
S
Saugkraft
Siehe Pascal. Die vom Hersteller angegebene Maximalleistung wird nur in der höchsten Stufe erreicht, die deutlich lauter ist und den Akku schneller leert. Im Alltag arbeiten die meisten Roboter in einer mittleren Stufe.
Schnitthöhe
Höhe, auf die ein Mähroboter den Rasen kürzt, meist zwischen 2 und 8 Zentimetern einstellbar. Da Mähroboter täglich nur wenige Millimeter abschneiden, bleibt das Schnittgut als natürlicher Dünger liegen – dieses Prinzip nennt sich Mulchen.
Steigfähigkeit
Maximales Gefälle, das ein Mähroboter befahren kann, angegeben in Prozent oder Grad. Achtung bei der Umrechnung: 100 Prozent entsprechen 45 Grad, nicht 90. Herstellerangaben gelten für trockenen Rasen – kalkuliere 10 bis 15 Prozentpunkte Sicherheitsreserve ein.
Steigung richtig messen →T
TruEdge
Herstellerbezeichnung von Ecovacs für ausfahrbare Randreinigungstechnik. Bei Mährobotern ein seitlicher Trimmer für saubere Rasenkanten, bei Fensterputzrobotern ein absenkbarer Schrubber für die Scheibenränder.
U
Ultraschall-Teppicherkennung
Sensorik, die per Schallwellen erkennt, ob der Roboter gerade auf Hartboden oder Teppich fährt. Auf Teppich erhöht er automatisch die Saugkraft und hebt den Wischmopp an. Ohne diese Funktion würde er Teppiche mit derselben – zu geringen – Leistung wie Fliesen reinigen.
V
VibraRise
Herstellerbezeichnung von Roborock für ein Wischsystem, bei dem das Pad mit hoher Frequenz vibriert und dadurch mechanisch schrubbt statt nur Feuchtigkeit zu verteilen. Deutlich wirksamer als ein passiv hinterhergezogenes Tuch, aber schwächer als rotierende Mopps mit Anpressdruck.
Wischsysteme im Vergleich →W
Wasserlinie
Der Bereich am Beckenrand, an dem die Wasseroberfläche die Poolwand berührt. Dort bilden sich Fett- und Schmutzränder besonders schnell. Nicht jeder Poolroboter reinigt diesen Bereich – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.
Poolroboter im Vergleich →Wischwalze
Neuere Bauart des Wischsystems, bei der eine rotierende Walze über den Boden läuft und sich währenddessen selbst abstreift. Vorteil gegenüber Pads: Der Schmutz wird nicht auf der Fläche verteilt, sondern kontinuierlich aufgenommen.
Z
Zero-Turn-Lenkung
Lenkprinzip, bei dem der Roboter auf der Stelle dreht, ohne die Räder über den Untergrund zu schleifen. Bei Mährobotern wichtig, weil herkömmliches Wenden auf feuchtem Rasen Spuren und kahle Stellen hinterlässt.
Du weißt jetzt, was die Begriffe bedeuten?
Dann findest du in unseren Vergleichen die Modelle, bei denen sie tatsächlich etwas bringen – oder du lässt dich in vier Fragen zum passenden Gerät führen.
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